Impulsworkshop – Mitempfindensmüdigkeit verstehen und verändern!
Menschen, die beruflich mit Leid, Trauma und psychischer Belastung in Kontakt sind, berichten häufiger, dass sie zunehmend müde werden, Mitgefühl zu empfinden. Studien belegen, dass Empathie-Erschöpfung („empathy fatigue“ oder „compassion fatigue“) bei Ärzt:innen, Pflegepersonen und anderen Helfer:innen auftritt. Diese Müdigkeit kann sich äußern durch emotionale Erschöpfung, Distanz, verringerte Empathiefähigkeit und eine sinkende Fähigkeit, sich auf andere wirklich einzulassen. Für Betroffene der Therapie heißt das: Beziehungen werden weniger lebendig, Vertrauen wird schwerer, der therapeutische Prozess verliert an Tiefe.
Dieser Workshop konzentriert sich darauf, was aus der Forschung bekannt ist über Ursachen solcher Empathie-Müdigkeit, wie sie sich auf Patient:innen auswirkt und welche Methoden und Strategien eingesetzt werden können, um Mitgefühl und Empathie fachlich tragfähig zu erhalten und wiederzubeleben.
Inhalte
– Ergebnisse jüngerer Studien zu Empathie-Müdigkeit: Bei Krankenhausärzt:innen z. B. nach Überbeanspruchung und langer Exposition gegenüber Leid ohne ausreichende Erholung. PMC
– Zusammenhang von Compassion Fatigue mit Burnout und Sekundärtraumatisierung („secondary traumatic stress“) als Risikofaktoren. PMC+2SAGE Journals+2
– Bedeutung guter diagnostischer Klarheit: Wie unerkannte Belastungen oder fehlende Supervision und Leitlinien Treiber von Empathieverlust sind.
– Was Empathie-Müdigkeit für Patient:innen bedeutet: verschlechterte Beziehungsqualität, geringere Bereitschaft zur Offenheit, Verzögerung von Heilungsprozessen, Risiko von Abbrüchen oder Nicht-Einsetzen wichtiger Methoden.
– Bewährte Interventionen & Vorgehensweisen, z. B. regelmäßige Reflexion/Selbstreflexion, Supervision/Intervision, Ressourcenarbeit, Phasenzentrierte Stabilisierungsverfahren, Techniken zur Erholung und Abgrenzung.
Nutzen
– Verständnis dafür, wie Empathieverlust entsteht und wie er sich im Therapiealltag auswirkt
– Fähigkeit, erste Anzeichen bei sich und Kolleg:innen zu erkennen
– Erweiterte Kompetenzen für präventive Maßnahmen, damit Behandlungsqualität und Beziehung bewegt bleiben
– Konkrete Impulse zur Selbstfürsorge, Teamsupport und wieder beziehungsstarker Arbeit mit Patient:innen
Zielgruppe
Psychotherapeut:innen, Ärzt:innen, Psycholog:innen, Heilpraktiker:innen für Psychotherapie, Pflegepersonal, Pädagog:innen sowie Berater:innen, die mit Betroffenen in Forensik, Psychiatrie, Gerontologie, Rehabilitation, Beratungsstellen, NGOs und Behörden arbeiten.