Impulsworkshop – Wenn Therapien schaden – was hilft den Betroffenen?
Therapie bedeutet für viele Betroffene Hoffnung auf Linderung und Heilung. Umso gravierender sind die Folgen, wenn Behandlungen nicht fachgerecht durchgeführt werden oder sogar missbräuchliches Verhalten seitens der Behandelnden auftritt. Falsch gestellte oder unsauber begründete Diagnosen, Missachtung von Leitlinien oder die Anwendung unangemessener Methoden können Betroffene zutiefst erschüttern. Sie erleben nicht nur eine Verschärfung ihrer Symptome, sondern auch Vertrauensverlust, erneute Ohnmachtserfahrungen und oft eine Retraumatisierung.
Gerade in der Traumatherapie ist eine präzise Diagnostik nach ICD-Standards und eine leitliniengerechte Behandlung unverzichtbar. Wo dies missachtet wird, verfestigen sich Symptome, werden Hilfesuchende in riskante Dynamiken hineingezogen oder geben die Hoffnung auf Heilung auf. Der Workshop beleuchtet diese Risiken und vermittelt, wie Fachleute nach schädigenden Erfahrungen neue, sichere Wege eröffnen können.
Inhalte
– Missbräuchliches Verhalten in der Psychotherapie: Dynamiken, Machtmissbrauch, Grenzverletzungen
– Die Bedeutung korrekter Diagnosen nach ICD und Folgen fehlender Leitlinienorientierung
– Pathologische Auswirkungen fehlerhafter oder missbräuchlicher Behandlungsprozesse
– Bewährte Techniken zur Stabilisierung (z. B. Arbeit mit sicheren Orten, Ressourcenaufbau, innere Anteile begleiten)
– Weiterführende Verfahren der Traumaverarbeitung (u. a. EMDR, narrative Verfahren, imaginative Techniken)
– Umgang mit Dissoziation, Selbstverletzendem Verhalten und suizidalen Impulsen nach belastenden Therapieerfahrungen
– Fachlicher Austausch anhand von Beispielen
Nutzen
– Tiefes Verständnis dafür, welche Schäden missbräuchliche oder fehlerhafte Therapien bei Betroffenen hinterlassen
– Mehr Sicherheit bei der Einschätzung von Risiken und Fehlentwicklungen
– Konkrete Handlungsstrategien, um Vertrauen, Orientierung und Stabilität wiederherzustellen
– Erweiterte Kenntnisse in leitliniengerechter Traumatherapie und den von der MH Akademie vermittelten Methoden
– Unterstützung beim Aufbau tragfähiger therapeutischer Beziehungen nach zerstörten Vertrauensverhältnissen
Zielgruppe
Psychotherapeut:innen, Ärzt:innen, Psycholog:innen, Heilpraktiker:innen für Psychotherapie, Pflegepersonal, Pädagog:innen sowie Berater:innen, die mit Betroffenen in Forensik, Psychiatrie, Gerontologie, Rehabilitation, Beratungsstellen, NGOs und Behörden arbeiten.